Die Geschichte und Entwicklung der Pfeife

Pfeiferauchen - sich Zeit in einer hektischen Gesellschaft

Leider ist das Pfeiferauchen in unserer modernen Gesellschaft durch Zigarren und Zigaretten in den Hintergrund getreten. Dabei ist das Rauchen einer Pfeife die eigentliche Art, wie bis zum Ende des 19. Jahrhunderts Tabak konsumiert wurde. Leider wissen nicht mehr sehr viele Menschen den Genuss einer Pfeife zu schätzen, sondern greifen auf den schnellen Genuss von Zigaretten und Zigarren zurück.
Das Rauchen einer Pfeife dagegen strahlt Ruhe und Muße aus, im Gegensatz zum Rauchen einer Zigarette oder einer Zigarre. Die Vorbereitung und das Rauchen einer Pfeife ähneln einer Zeremonie und erfordern einiges an Übung, bevor der eigentliche Genuss beginnen kann. Man muss die richtige Pfeife für sich finden und den richtigen Tabak wählen. Die Pfeife muss gestopft werden und kann erst dann angezündet werden- dies alles erfordert seine Zeit. Es hat mit dem "Paffen" einer Zigarette und Zigarre nichts zu tun. Eine Pfeife kann man nicht mal so eben in ein 10 minütigen Pause rauchen.
Pfeifen sind etwas sehr persönliches. Eine Pfeife gilt immer noch als Statussymbol und unterstreicht die Persönlichkeit des Besitzers. Kein Pfeifenraucher wird seine Pfeife verleihen.

Die Geschichte der Pfeife

Die ersten Pfeifen für Tabak hatten nachweislich die Indianer, da von hier auch der Tabak stammt. Es ist erwiesen, dass alle Stämme (bis auf die Inuit, die erste 100 Jahre nach Columbus damit anfingen) vor der Landung von Columbus Pfeife rauchte. Die Pfeifen wurden aus Holz, Horn oder Catlinitstein hergestellt. Das Rauchen von Tabak hatte bei den Indianern eine tiefe religiöse Bedeutung. Die Pfeife wurde mit mehreren geraucht und geteilt. In unserer Vorstellung ist besonders das Bild der "Friedenspfeife" verbreitet, die bei Abschluss von Friedensabkommen, Verträgen, Verhandlungen und Freundschaften mit allen Parteien geraucht wurde. Von den Indianern hat der Tabak auch seinen Namen bekommen.
Man hat auch in anderen Teilen der Welt Pfeifen gefunden, obwohl hier nachweislich kein Tabak bekannt war. Im Nahen Osten waren Gegenstände bekannt, die viel Ähnlichkeit mit einer Pfeife hatten. Man geht davon aus, dass hiermit Hanf und Opium geraucht wurden. Auch auf europäischem Gebiet wurden Pfeifen aus der Bronzezeit gefunden, mit denen vermutlich Kräuter oder ebenfalls Hanf konsumiert wurde. Wann genau die ersten Pfeifen gebaut wurden, liegt im Dunkeln. Archäologische Funde und Gemälde zeigen jedoch, dass Pfeifen schon weit vor unserer Zeitrechnung in Gebrauch waren.
Mit der Entdeckung der Neuen Welt durch die Europäer Ende des 15. Jahrhunderts fanden Tabak und Pfeife in Europa und in der restlichen Welt eine rasche Verbreitung. In der westlichen Welt entwickelte sich die Pfeife mehr und mehr zu einem Statussymbol.

Form und Material- Einfluss auf den Geschmack?

Die Form der Pfeife hat sich seit der Zeit der Indianer jedoch stark verändert. Sie wurden viel kürzer, der Pfeifenkopf dagegen wurde vergrößert und die Mundstücke haben eine gebogene Form. Man unterscheidet heutzutage zwischen zwanzig bis fünfzig Pfeifenformen, wobei die Form auf den Geschmack des Tabaks keine Auswirkungen hat. Je länger jedoch der Holm ist, desto kühler wird der Rauch, der inhaliert wird. Jeder Pfeifenraucher findet im Laufe der Zeit durch Ausprobieren sein bevorzugtes Modell.
Im Gegensatz zur Form beeinflusst das Material, aus dem die Pfeife hergestellt wurde, den Geschmack des Tabaks enorm. Die ersten europäischen Pfeifen wurden aus Ton gebrannt, diese waren jedoch sehr brüchig und wurde bald durch Holzpfeifen ersetzt. Dabei wird heute vor allem Bruyère- Holz verwendet. Auch andere Hölzer, wie Kirchbaum oder Olivenbaum, wurden zur Pfeifenherstellung genutzt. Einige Pfeifenraucher schwören auf Pfeifen aus Meerschaum. Der Vorteil von Meerschaum ist seine Geschmackslosigkeit und seine Feuerbeständigkeit. Außerdem ist das Material sehr saugfähig.
Ende des 18. Jahrhunderts kamen auch Pfeifen aus Porzellan in Umlauf, die vor allem als Geschenk genutzt wurden. Ebenso wie Pfeifen aus Glas haben sie den Nachteil, dass sie nicht saugfähig sind.
Welche Pfeife die beste ist, muss jeder selbst herausfinden.